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Geschichte zum Stadtschloss Immenstadt

Die Jahreszahl „1550“ (in einem Türsturz im südlichen Teil des heutigen Haupttraktes am Marienplatz) signalisiert die Grundsteinlegung des schlichten Schlossbaues. Hugo zu Montfort-Rothenfels hatte das Bauwerk als Rat- bzw. Amtshaus errichten lassen. Wann Georg zu Königsegg mit dem Bau des Stadtschlosses begonnen hat, ist nicht bekannt. Die immer wieder genannten Jahreszahlen 1604-1620 sind nicht gesichert. Vor Baubeginn hat er ein neben dem Amtshaus stehendes Privathaus widerrechtlich abbrechen und vor das Sonthofer Tor versetzen lassen. 1598 beklagen sich dann die Immenstädter Bürger beim Kaiser, dass der Graf rücksichtslos die dem hiesigen Heilig-Geist-Spital gehörenden Felder eingezogen und mit einem herrschaftlichen Lust- und Baumgartens überbaut hat.

Der Lindauer Baumeister Esaias Gruber d.J. erhielt den Auftrag für den Schlossbau. Mit der Anfügung eines Turmerkers mit Durchfahrt an das bestehende Amtshaus und dem Zubau eines Gebäudeteiles in Richtung Norden schuf er eine zwar schlichte, aber stimmige Schaufassade. Bis zur Sanierung des Hauptgebäudes im Jahre 1953/54 befand sich auf einer Erkerkonsole noch sein Baumeisterzeichen „AEG“. Im Zuge dieser Baumaßnahmen erfolgte auch der Austausch der über dem Eingangstor angebrachten Allianzwappen des Hugo zu Königsegg (1622-1666) und seiner Ehefrau Maria Renata von Hohenzollern durch einfachere Nachbildungen. Ende des 17. Jahrhunderts wurde dann der Südflügel entlang der heutigen Bahnhofstraße errichtet, 1746 erfolgte die Schließung der Gesamtanlage mit dem Bau des Westflügels. Die Stuckierung des Schlosssaales, diverser Räume und der Schlosskapelle dürfte um 1730 erfolgt sein.

Wegen Überschuldung sah sich 1804 der letzte regierende Graf, Franz Fidel zu Königsegg-Rothenfels gezwungen, seine Herrschaft an das Haus Habsburg zu veräußern. Auf der Grundlage des Friedensvertrages von Pressburg fielen die Grafschaft Rothenfels und die Herrschaft Staufen 1805 an Bayern. Mit dem Aufbau eines Landgerichtes in Immenstadt zogen in das Schloss die Verwaltungsbehörde, das Gericht und das Rentamt ein. Auch der Landrichter hatte seine Wohnräume im Schloss. Der Umnutzung des gräflichen Repräsentativbaues zu reinen Verwaltungszwecken fielen schmückende Elemente und ein Großteil der Einrichtung zum Opfer. Im Westflügel wurden 1813 Gefängniszellen eingerichtet (abgerissen Februar 1973). Im Sommer 1969 werden in den Südflügel Fußgängerarkaden eingebaut und im Oktober 1971 zieht die Bayerische Landpolizei mit 30 Beamten in den Haupttrakt am Marienplatz.

Heute werden Teile der Räumlichkeiten noch von dem für das gesamte Oberallgäu zuständigen Staatlichen Vermessungsamt benützt.

Im Jahre 2005 erwarb die Stadt Immenstadt vom Freistaat Bayern das Schlossgebäude. Zum 01.01.2010 ging es in das Eigentum der Firma Stadtschloss Immenstadt GmbH & Co. KG über, die in den letzten Jahren umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten durchgeführt hat.

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